Zahnarztphobie, Dentalphobie, Oralphobie

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Zahnärzte zeigen 75 Prozent der Befragten eine leichte bis mittlere Angst vorm Zahnarzt. 15 Prozent geben an, starke Ängste zu haben. Nur fünf Prozent macht der Zahnarztbesuch gar nichts aus. Personen mit starken Ängsten, sogenannte Zahnarztphobiker, haben neben den gewöhnlichen Angstsymptomen (Herzrasen, Zittern, Verspannung der Muskeln) besonders beim Zahnarzt Angst, die Kontrolle zu verlieren, große Schmerzen zu erleiden bzw. eine Panikattacke in der Praxis zu bekommen.
Der phobische Zustand bedeutet z.B. Herzrasen und Übelkeit und Schwitzen und so weiter. Im Zustand der Phobie unterscheidet sich der Zahnarztphobiepatient vom Zahnarztangstpatient ganz wesentlich. Die Angstpatienten bekommen nur Schwitzen oder Verkrampfen oder Verspannung der Muskeln und so weiter.

 

 

 

Viele schämen sich auch wegen ihrer schlechten Zähne, so dass das mangelnde Selbstwertgefühl durch die ohnehin entwürdigende Situation noch mehr geschwächt wird. Experten gehen davon aus, dass die meisten Zahnarztängste bei einer Behandlung entstanden sind, etwa, weil der Arzt zu wenig informiert hat oder die Schmerzen größer waren als erwartet.

 

 

 

Personen mit ausgeprägter Zahnarztangst meiden einen Arztbesuch. Je länger sie nicht hingehen, desto schlechter werden die Zähne, je schlechter die Zähne, desto größer die Angst, desto größer die Vermeidung usw. Dabei unterscheidet der Körper nicht, ob es sich um eine wirklich existierende Gefahr handelt oder um reine Erwartung. Er aktiviert das Alarmprogramm Angst, sobald man nur in die Nähe der Situation kommt (einen Termin vereinbart, das Wartezimmer betritt) oder daran denkt.

 

 

Wie kann man der Zahnarztphobie beikommen?

 

Angst beschreibt ein Gefühl, das tief in unserem Unterbewußtsein verankert ist im Gegensatz zur Furcht. Man fürchtet sich vor der Dunkelheit aber man hat Angst vor der Zahnbehandlung. Angst ist undefiniert. Wichtig bei der Angstbekämpfung ist ein Bewußtmachen der Faktoren, die zur Angst führen.

 

 

Besteht zum Beispiel Angst vor Schmerzen, der Betäubungspritze, gewissen Instrumenten, Geräuschen, Kollaps (dass es einem schlecht wird), dem Gefühl hilflos ausgeliefert sein?

 

 

Meist beruht die Angst auf schlechten Erfahrungen. Wenn es gelingt, den Ursachen der Angst auf die Spur zu kommen, ist schon ein großer Schritt zu deren Abbau gelungen.

 

 

Es ist eine zwingende Voraussetzung für den Angstabbau, dass es gelingt, ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Arzt und dem Angstpatienten aufzubauen. Dazu ist ein schrittweises Vorgehen und eine intensive Kommunikation notwendig. Der erste Kontakt sollte in relativ neutraler Umgebung also im Besprechungszimmer und nicht schon im Behandlungszimmer stattfinden. Erst wenn sich der Angstpatient dazu in der Lage fühlt, wird eine Untersuchung durchgeführt. Falls irgendwann Maßnahmen erforderlich sind, die unangenehm sein könnten, ist dem Patienten immer eine Rückzugsmöglichkeit anzubieten- zum Beispiel ein Stopp-Signal. Das bedeutet, dass der Zahnarzt die Behandlung sofort unterbricht, wenn der Patient das Stopp-Signal zeigt.

 

 

Ohne intensive Kommunikation, die sehr zeitaufwendig sein kann, ist ein Hinführen zur Behandlung nicht möglich. Zur intensiven Kommunikation gehört, dass die Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen angekündigt und erklärt werden. Der Patient soll immer das Gefühl haben, dass er mitentscheiden kann und dass er nicht hilflos ist. Auch braucht er das Wissen, dass er mit seiner Angst ernst genommen wird.

 

 

Wenn es nur irgendwie geht, sind in der Anfangsphase sanfte Behandlungsmaßnahmen vorzuziehen. Der Patient soll möglichst nur positive Erfahrungen machen: Erfahrungen, die nicht mit Schmerzen verbunden sind. So kann er schrittweise Zuversicht und auch Selbstvertrauen gewinnen.

 

 

Weitere unterstützende Möglichkeiten zum Angstabbau sind:

 

  • Entspannungstechniken wie z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation
  • Prämedikation mit Beruhigungsmitteln
  • Behandlung unter Narkose
  • Verhaltenstherapie in Zusammenarbeit mit Psychologen oder Psychotherapeuten
  • Akupunktur
  • Hypnose
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